Bibliothek

Bibliothek
Bücherei

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Bi|blio|thek [biblio'te:k], die; -, -en:
1. [größere] Sammlung von Büchern:
er besitzt eine schöne, große, beachtliche Bibliothek.
Zus.: Handbibliothek, Präsenzbibliothek.
2. Räume, in denen, Gebäude, in dem sich eine große, der Öffentlichkeit zugängliche Sammlung von Büchern befindet:
sich ein Buch in/von der Bibliothek leihen; in der Bibliothek arbeiten.
Syn.: Bücherei.
Zus.: Fachbibliothek, Kinderbibliothek, Leihbibliothek, Staatsbibliothek, Stadtbibliothek, Universitätsbibliothek, Werksbibliothek.

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Bi|blio|thek 〈f. 20
2. Raum od. Gebäude, in dem diese aufbewahrt wird (Fach\Bibliothek, Leih\Bibliothek, Universitäts\Bibliothek); Sy Bücherei
● öffentliche, private, wissenschaftliche \Bibliothek; eine umfangreiche \Bibliothek besitzen; eine \Bibliothek von ungefähr 2000 Bänden [<grch. bibliotheke <biblion „Buch“ + theke „Behältnis“]
Die Buchstabenfolge bi|bl... kann in Fremdwörtern auch bib|l... getrennt werden.

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Bi|b|lio|thek , die; -, -en [lat. bibliotheca < griech. bibliothe̅̓kē, eigtl. = Büchergestell, zu: the̅̓kē, Theke]:
1.
a) Einrichtung zur systematischen Erfassung, Erhaltung, Betreuung u. Zugänglichmachung von Büchern; Bücherei:
an, bei einer B. angestellt sein;
b) [geordnete] Büchersammlung:
eine B. von 30 000 Bänden;
c) Raum, Gebäude für eine Bibliothek.
2. (veraltend) Titel von Buchreihen:
Meiners Philosophische B.

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I
Bibliothek
 
[griechisch, eigentlich »Büchergestell«] die, -/-en, Bücherei, öffentliche oder private, planmäßig angelegte Büchersammlung, auch das Gebäude, in dem sie untergebracht ist. Aufgabe einer Bibliothek im modernen Sinn ist es, jede Art von Literatur, Medien und Information zu vermitteln.
 
Grundsätzlich zu unterscheiden sind wissenschaftliche Bibliothek und öffentliche Bibliothek. Innerhalb der wissenschaftlichen Bibliotheken gibt es je nach Größe und Aufgabenstellung fünf verschiedene Haupttypen: 1) Nationalbibliotheken, die den Mittelpunkt des Bibliothekwesens eines Landes bilden und die gesamte Buchproduktion des betreffenden Landes sammeln und erschließen; 2) Universalbibliotheken von überregionaler Bedeutung (z. B. in Deutschland die Bayerische Staatsbibliothek in München); 3) Regionalbibliotheken (Landesbibliothek, wissenschaftliche Stadtbibliothek); 4) Universitätsbibliotheken und sonstige Hochschulbibliotheken; 5) Spezialbibliotheken und Fachbibliotheken, deren Sammelaufgabe thematisch begrenzt ist (z. B. Bibliotheken von Universitätsinstituten, Bibliotheken wissenschaftliche Gesellschaften). Daneben gibt es zahlreiche Sonderformen (Behördenbibliothek, Kinderbibliothek, Schulbibliothek, Musikbibliothek, Werk- und Betriebsbibliothek); organisatorisch in Bibliotheken integriert sind Artotheken (Graphotheken), Mediotheken u. a. In den Großstädten bildet sich der Typ der Einheitsbibliothek heraus, bei der eine wissenschaftliche Abteilung und eine mehr volkstümliche Bücherei in einem Gebäude und unter einer Leitung zusammengefasst sind (entsprechend den Public Libraries in den englischsprachigen Ländern). - Wissenschaftliche Bibliotheken sind sowohl Ausleih- als auch Archivbibliotheken - Die Unterhaltsträger der wissenschaftlichen Bibliotheken sind in der Regel öffentlich-rechtliche Körperschaften (Bund, Länder, Städte). Öffentlich sind auch einige große Privatbibliotheken (z. B. die Fürstlich Hohenzollernsche Hofbibliothek Sigmaringen). Die öffentliche Bibliotheken im engeren Sinn (früher in Deutschland »Volksbüchereien«) sind kommunale Bildungs- und Unterhaltungsbibliotheken. Im Folgenden wird auf die wissenschaftlichen Bibliotheken Bezug genommen.
 
 
Hauptgebiete der heutigen bibliothekarischen Arbeit sind die Erwerbung und Benutzung von Büchern und anderen Medien, die formale und inhaltliche Erschließung des Bestandes, der v. a. die Kataloge dienen; außerdem die Archivierung und Bestandserhaltung (das Herstellen von Benutzerkopien, z. B. mittels Übertragung auf Mikroformen u. a. optischen Speicher, Restaurierung ) sowie die Vermittlung von Informationen aus elektronischen Datenbanken. Bei dem Erwerb von Büchern und anderen Medien sind verschiedene Erwerbungsarten zu unterscheiden: Kauf, Schriftentausch (z. B. mit Dissertationen, Vereinsschriften, Dubletten), Pflichtablieferung (kostenlose Belegexemplare von Verlegern und Druckern aufgrund des Pflichtexemplarrechts) und Schenkung. Alle Zugänge werden inventarisiert. - Damit auch die fremdsprachige Literatur vollständig gesammelt werden kann, sind den einzelnen Universitätsbibliotheken Deutschlands Sondersammelgebiete zugewiesen.
 
Ordnung und Aufstellung der Bücher im Magazin erfolgen vorwiegend in wissenschaftlichen Bibliotheken nicht mehr wie früher systematisch nach Wissenschaftsgebieten, sondern nach der Reihenfolge des Zugangs, d. h. ohne Rücksicht auf den Inhalt des Buches. Die Aufstellung sieht nur eine Trennung nach Formaten vor. Die Bücher tragen außen Signaturen (meistens eine Kombination von Buchstaben und Zahlen), die den Standort angeben. Der Bestand der Bibliotheken wird durch Kataloge beziehungsweise über Datenbanken erschlossen.
 
Nach ihrer inneren Ordnung werden die Medien in Katalogen erschlossen. Man unterscheidet: 1) Formalkataloge: alphabetischer Katalog, auch Nominalkatalog genannt (Verfasser- und Sachtitelkatalog); 2) Sachkataloge: systematische Kataloge (Ordnung der Titel nach einem System der Wissenschaften) und Schlagwortkataloge (inhaltliche Erschließung nach alphabetisch geordneten Sachbegriffen). Eine Mischung aus alphabetischem und Schlagwortkatalog ist der Kreuzkatalog oder Wörterbuchkatalog. Zentral- oder Gesamtkataloge sind gemeinsame Kataloge mehrerer Bibliotheken eines Ortes oder einer Region. Daneben gibt es Sonderkataloge (z. B. für Handschriften, Autographen, Karten oder Musikalien). - Die früher üblichen Bandkataloge und Zettelkataloge werden zunehmend von Mikrofichekatalogen und elektronischen Katalogen abgelöst.
 
Die deutschen Bibliotheken sind (im Unterschied zum Ausland) vorwiegend Ausleihbibliotheken, während bei Präsenzbibliotheken die Benutzung der Bücher nur in der Bibliothek selbst möglich ist. Der auswärtige Leihverkehr zwischen den Bibliotheken ermöglicht es, ein in der örtlichen Bibliothek nicht vorhandenes Buch durch Fernleihe aus einer anderen Bibliothek zu erhalten. Anstelle von Büchern und Zeitschriften werden heute vielfach Fotokopien und Filme versandt. Angestrebt werden der Bestandsnachweis als Online-Benutzerkatalog mit automatischer Ausleihfunktion (OPAC, Abkürzung für Online Accers Public Catalog) sowie der räumlich und zeitlich uneingeschränkte Zugriff auf die Bestände über extern zugängliche Netze. Zusätzliche Informationen werden über Literatur- und Faktendatenbanken angeboten.
 
 
Für den Bibliotheksbau war lange Zeit das Prinzip der dreigeteilten Bibliothek maßgebend: Verwaltungsbereich (besonders für die Literaturerwerbung und Bestandserschließung), Benutzungsabteilung (Ausleihe, Publikumskataloge, Lesesäle) und davon getrennt die Büchermagazine. Beim modernen Bibliotheksbau ist eine Abkehr von der klassischen Dreiteilung zu beobachten. Die Grenze zwischen Lesern und Büchermagazinen wird durchlässig. Der Gesichtspunkt des größtmöglichen Angebots an frei zugänglichen Bücherbeständen bestimmt die Planung. In den Lesesälen steht ein Handapparat mit Grundlagenliteratur zur Verfügung; darüber hinaus werden Benutzerarbeitsplätze mit PCs ausgestattet und andere technische Geräte für die Nutzung audiovisueller Medien (z. B. Drucker, Kopier- und Lesegeräte) zur Verfügung gestellt. In der Mehrzahl bleibt das Büchermagazin für die ältere und weniger benutzte Literatur nach wie vor ein geschlossener Baukörper. Das Fassungsvermögen des Magazins wird durch Rollregalanlagen (auf Schienen laufende Bücherregale ohne Zwischengänge) erhöht. Durch Sprechanlage, Rohrpost und Förderbänder wird der Transport der Bücher beschleunigt. Um Räume oder Raumgruppen je nach Bedarf flexibel verwenden zu können, wendet man eine darauf abgestimmte Bauweise an: Das Gebäude wird nach dem Raster- oder Modularsystem konstruiert als eine Summe von gleich großen Raumeinheiten.
 
 
Die älteste bisher bekannt gewordene Bibliothek ist die Tontafelsammlung des Assyrerkönigs Assurbanipal in Ninive. Die von Ptolemaios I. Soter in Alexandria gegründete Bibliothek des Museion entwickelte sich zur größten Bibliothek des griechisch-römischen Altertums (Alexandrinische Bibliothek). Auch für Pergamon und Ephesus sind hellenistische Bibliotheken bezeugt. In Rom gründete 39 v. Chr. Asinius Pollio die erste öffentliche Bibliothek. Die antiken Bibliotheken standen oft mit einem Tempel oder einer Ausbildungs- und Forschungsstätte (Gymnasium, Akademie) in räumlicher Verbindung. - Die bibliothekarische Tradition des Altertums wurde bis 1453 von der 356 n. Chr. gegründeten Kaiserlichen Bibliothek in Konstantinopel fortgeführt. Die bedeutendste Kirchenbibliothek des frühen Christentums war die Bibliothek der Päpste im Lateranpalast in Rom. Im Mittelalter bildeten sich zwei neue Bibliotheksgattungen heraus: die Klosterbibliothek und die Kollegienbibliothek. Bis zum späten Mittelalter blieb die Klosterbibliothek der vorherrschende Bibliothekentyp. Die erste abendländische Klosterbibliothek gründete Cassiodor, Gelehrter und Staatsmann im Dienst Theoderichs des Großen, 540 in Vivarium (Süditalien). Bedeutende Klosterbibliotheken entstanden im Zug der irisch-angelsächsischen Mission auf dem Festland 613 in Sankt Gallen, 614 in Bobbio (Oberitalien), 660 in Corbie (Nordfrankreich) und 744 in Fulda. Die mittelalterlichen Klosterbibliotheken hatten nur einen bescheidenen Umfang: einige hundert, höchstens tausend Bände, die in Schränken aufbewahrt wurden oder auf Pulten ausgelegt waren (Pultbibliothek). Die spätmittelalterlichen Kollegienbibliotheken (z. B. seit 1257 am Collège de Sorbonne in Paris und am Collegium Carolinum der 1348 gegründeten Universität Prag) waren Vorstufen der späteren Universitätsbibliotheken. Eine zentrale Universitätsbibliothek entstand früh an der 1386 gegründeten Universität Heidelberg. - Die antike Idee von der Bibliothek als öffentlicher, universalwissenschaftlicher Studienbibliothek wurde in der Renaissance neu belebt. Im 14. Jahrhundert entstand in Italien die humanistische Bibliothek (berühmte Büchersammler dieser Zeit: F. Petrarca und G. Boccaccio). Unter fürstliches Mäzenatentum entwickelten sich aus privaten Büchersammlungen öffentlicher Bibliotheken: in Florenz 1441 die Marciana und als deren Nachfolgerin 1571 die Biblioteca Medicea Laurenziana. Die bedeutendste Renaissancebibliothek wurde die Vaticana in Rom. Im deutschsprachigen Raum nahmen im 16. Jahrhundert die Hofbibliotheken einen starken Aufschwung: die Bibliotheca Palatina in Heidelberg durch Kurfürst Ottheinrich, die Herzogliche Bibliothek in München (gegründet 1558) und die Hofbibliothek in Wien (gegründet 1526). Die bedeutendste Bibliothek des 17. Jahrhunderts war die Bibliotheca Augusta in Wolfenbüttel. Von den großen Hofbibliotheken des 17. und 18. Jahrhunderts führt die Entwicklungslinie zu den National-, Staats- und Landesbibliotheken des 19. Jahrhunderts - Die frühesten Gründungen von Stadtbibliotheken fallen noch in das ausgehende Mittelalter. Bereits im 14. Jahrhundert gab es Ratsbibliotheken in Nürnberg und Regensburg. Die wichtigsten Rats- und Stadtbibliotheken der Reformationszeit finden sich in Augsburg, Hamburg und Straßburg. - Im 17. Jahrhundert wurden drei ausländische Bibliotheken Epoche machend: die Ambrosiana in Mailand (seit 1609), die Angelica in Rom (seit 1614) und als erste öffentliche Bibliothek in England die Bodleiana in Oxford (gegründet 1602). Das Pultsystem in Bibliotheken wurde durch die Saalbibliothek verdrängt, an deren Wänden, zum Teil unter Einbau von Galerien, die Bücher aufgestellt waren. In den romanischen Ländern bildete sich die dem Repräsentationsbedürfnis der absolutistischen Herrscher entsprechende prunkvolle Barockbibliothek aus. - Bei den Universitäten setzte sich der Gedanke einer zentralen Universitätsbibliothek nur langsam durch. Die erste neuzeitlich organisierte wissenschaftliche Gebrauchsbibliothek war die Universitätsbibliothek in Göttingen (gegründet 1734). Sie wurde Modell für die wissenschaftliche Bibliothek des 19. Jahrhunderts. Durch die Französische Revolution und die Säkularisation gingen die geistlichen Bibliotheken in staatlichem Besitz über. - Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wandelten sich Charakter und Funktion der Bibliotheken. Die auslösenden Momente waren: die Industrialisierung der Buchproduktion, die Bedürfnisse der modernen Industriegesellschaft und die Verwissenschaftlichung des gesamten Lebens. Im Einzelnen bedeutete dies: starke zahlenmäßige Zunahme der Bibliotheken, generelle öffentliche Zugänglichkeit und fortschreitende Spezialisierung. Neben die überkommenen Bibliothektypen traten neue Formen: die Volksbücherei (heute öffentliche Bibliothek) für Allgemeinbildung und Unterhaltung und die Fachbibliothek. Im 20. Jahrhundert verstärkte sich, dann auch bedingt durch die großen Bücherverluste im Zweiten Weltkrieg, die Kooperation der Bibliotheken auf regionaler Ebene, in der Gegenwart über Verbundsysteme und regionale Bibliothekszentren (Aufbau von Verbunddatenbanken, Erwerbungsabsprachen, Sondersammelgebiete für Universitätsbibliotheken), das Zusammenwirken der Bibliotheken auf überregionaler Ebene (Vernetzung der Verbünde und Erstellung eines Verbundkataloges, einer Zeitschriftendatenbank, gemeinsame Katalogregeln und Normdateien, auswärtiger Leihverkehr, u. a.); als ein fachliches Zentrum arbeitet das Deutsche Bibliotheksinstitut in Berlin (gegründet 1978). Eine Nationalbibliothek im engeren Sinn konnte sich in Deutschland nicht herausbilden. Aufgaben einer deutschen Nationalbibliothek nimmt die Deutsche Bibliothek als Gesamtarchiv des deutschsprachigen Schrifttums und nationalbibliographisches Zentrum wahr; daneben die Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz und die Bayerische Staatsbibliothek München.
 
Die Bibliotheken befinden sich gegenwärtig durch die sich ändernde Informationsumwelt in einem tief greifenden strukturellen und funktionellen Umwandlungsprozess. Dabei arbeiten die Bibliotheken auch mit Dokumentations- und Informationsdiensten (Fachinformation, Fachinformationszentrum) zusammen. Es entstehen große Literaturinformations- und Katalogdatenbanken. Zentrale Fachbibliotheken, z. B. die Technische Informationsbibliothek (TIB) in Hannover, die Zentralbibliothek der Landbauwissenschaften (ZBL) in Bonn, die Zentralbibliothek der Medizin (ZBM) in Köln, die Zentralbibliothek der Wirtschaftswissenschaften (ZBW) in Kiel, sowie die wissenschaftlichen Bibliotheken mit Sondersammelgebieten (Hochschulbibliotheken, die Staatsbibliothek in Berlin und München, die Sächsische Landesbibliothek in Dresden) u. a. gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die (in Deutschland) traditionelle Unterscheidung zwischen wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken tritt zugunsten der Einbeziehung aller vorhandenen Bibliotheken in ein Gesamtsystem der Literatur- und Informationsversorgung (nationaler Informationsverbund) zurück.
 
 
Bibliographien:
 
J. Busch: Bibliogr. zum B.- u. Büchereiwesen, bearb. v. U. von Dietze (1966; enthält eine Ausw. aus der vor 1965 erschienenen Fach-Lit.),
 Forts.: Fachbibliograph. Dienst B.-Wesen, Jg. 1-15 (1965-79),
 Forts.: Dokumentation B.-Wesen. DOBI (1983),
 Forts.: Dokumentationsdienst B.-Wesen. DOBI (1984 ff.);
 
Bibliogr. der Buch- u. B.-Gesch. (1982 ff.).
 
Verz. von B.:
 
Jb. der dt. B. (1902 ff., erscheint alle 2 Jahre);
 
World guide to libraries. Internat. B.-Hb., 2 Tle. (121995);
 
Hb. der B. Dtl., Österreich, Schweiz (41996).
 
Gesamt- und Einzeldarstellungen:
 
Hb. der B.-Wiss., begr. v. F. Milkau, hg. v. G. Leyh, 3 Bde. u. Register-Bd. (21952-65);
 
Lex. des B.-Wesens, hg. v. H. Kunze u. G. Rückl, 2 Bde. (Leipzig 21974-75);
 
Zur Theorie u. Praxis des modernen B.-Wesens, hg. v. W. Kehr u. a., 3 Bde. (1976);
 
R. Kluth: Lb. der B.-Praxis (1979);
 
K. Haller: Katalogkunde (21983);
 
Buch u. B.-Wiss. im Informationszeitalter, hg. v. E. Plassmann u. a. (1990);
 
W. Krieg: Einf. in die B.-Kunde, hg. v. R. Jung (21990);
 
R. Hacker: Bibliothekar. Grundwissen (61992);
 
B. - Kultur - Information, hg. v. P. Vodosek u. a. (1993);
 
Bibliotheken '93. Strukturen, Aufgaben, Positionen, hg. v. der Bundesvereinigung Dt. B.-Verbände (1994).
 
P. Schweigler: Einrichtung u. techn. Ausstattung von B. (1977);
 
B.-Bauten in der Praxis. Erfahrungen u. Bewertungen, hg. v. R. Poll u. B. Haller (1994);
 
S. Seidel: B. Die schönsten Räume, die wertvollsten Slgg. Dtl., Österreich, Schweiz (1995).
 
 
J. Vorstius: Grundzüge der B.-Gesch., neu bearb. v. S. Joost (61969);
 
K.-H. Weimann: B.-Gesch. (1975);
 
L. Buzás: Dt. B.-Gesch. des MA. (1975);
 
L. Buzás: Dt. B.-Gesch. der Neuzeit, 1500-1800 (1976);
 
C. Steele: Major libraries of the world (London 1976);
 
L. Buzás: Dt. B.-Gesch. der neuesten Zeit, 1800-1945 (1978);
 
W. Thauer u. P. Vodosek: Gesch. der Öffentl. Bücherei in Dtl. (21990);
 
Die wiss. B. Traditionen, Realitäten, Perspektiven, hg. v. H. Hauffe u. a. (Innsbruck 1990);
 
Die Entwicklung des B.-Wesens in Dtl. 1945-1965, hg. v. P. Vodosek u. J.-F. Leonhard (1993);
 
U. Jochum: Kleine B.-Gesch. (1993).
 
Zeitschriften:
 
Zentralblatt für B.-Wesen, Jg. 1-104 (1884-1990), ab 1991 vereinigt mit: Ztschr. für Bibliothekswesen u. Bibliogr. (1954 ff.);
 
Bibliothek, Forschung u. Praxis (1977 ff.).
 
II
Bibliothek
 
[engl. library], allgemein eine Sammlung von Programmen oder Dateien, bei der Programmierung eine Sammlung von Unterprogrammen, Routinen oder Prozeduren, die sich in einer Datei befindet. Eine solche Datei heißt nun auch wieder Bibliothek oder aber Bibliotheksdatei. Gewöhnlich werden immer alle Routinen eines Anwendungsbereichs in einer Bibliotheksdatei zusammengefasst, z. B. alle Routinen zur Ein- und Ausgabe von Daten in einer Ein-/Ausgabedatei. Weitere Beispiele sind Grafikbibliotheken, Laufzeitbibliotheken oder dynamische Bibliotheken (DLL). Es gibt fertige Bibliotheken bzw. Bibliotheksdateien für alle gängigen Programmiersprachen. Der Programmierer kann auf sie zurückgreifen, was viel Entwicklungsarbeit erspart, da er die Funktionalitäten nicht mehr selbst programmieren muss. Durch die Verwendung von Bibliotheken wird der Quellcode eines Programms kürzer und übersichtlicher. Bibliotheken gehören meist zur Entwicklungsumgebung einer Programmiersprache, sie gelten bisweilen sogar als Bestandteil der Programmiersprache (C und Java stützen sich z. B. stark auf Bibliotheken). Manche Bibliotheken werden erst im Nachhinein erstellt und gesondert vertrieben (man kann sich z. B. die verschiedensten Bibliotheken im Internet zusammensuchen). Der Programmierer kann außerdem selbst Bibliotheken aufbauen.
 
Während der Entwicklung eines Anwendungsprogramms ist die Komponente, die auf die Bibliotheken zugreift, der Compiler. Daher sind Bibliotheksdateien in einer an den Compiler angepassten speziellen Form gespeichert, wodurch außerdem besonders kurze Kompilierungszeiten erreicht werden.
 
Kompilierte Bibliotheksdateien werden üblicherweise bei der Installation eines Anwendungsprogramms automatisch auf die Festplatte geschrieben. Falls eine angeforderte bzw. zur Programmausführung nötige Bibliothek nicht vorhanden ist, kann das Programm nicht laufen. Hier hilft dann meist nur die Neuinstallation des Programms.

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Bi|bli|o|thek, die; -, -en [lat. bibliotheca < griech. bibliothe̅́kē, eigtl. = Büchergestell, zu: the̅́kē, ↑Theke]: 1. a) Einrichtung zur systematischen Erfassung, Erhaltung, Betreuung u. Zugänglichmachung von Büchern; Bücherei: an, bei einer B. angestellt sein; b) [geordnete] Büchersammlung: eine B. von 30 000 Bänden; c) Raum, Gebäude für eine Bibliothek. 2. (veraltend) Titel von Buchreihen: Meiners Philosophische B.

Universal-Lexikon. 2012.


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